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Stefan Girschner
Leitender Redakteur
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Im Vorfeld der CeBIT kommt in der Regel keiner, der mit IT zu tun hat, umhin, sich zu den aktuellen Trends, die in Hannover präsentiert werden, zu informieren – egal ob gezielt oder weil eben nahezu überall etwas darüber berichtet wird.
So bietet IBM auf seinem Messestand in Halle 2 eine repräsentative Vielfalt von Themen der Zukunft, die auch die gesamte CeBIT in diesem Jahr beschäftigen. Unter dem Leit-Motto „Smarter Together“ werden Lösungen gezeigt, wie Unternehmen aus den heute vorhandenen enormen Datenmengen verwertbare Informationen herausfiltern können, um daraus die richtigen Entscheidungen für ihre künftigen Strategien abzuleiten. Ein anderes wichtiges Thema hat IBM mit den „Smarter Cities“ im Blick, wo sich alles um das Transportwesen, die Verwaltung und Energieeffizienz in Städten und Kommunen dreht, während unter dem Stichwort „Smarter Work“ der Arbeitsplatz der Zukunft im Mittelpunkt steht. Der Security-Sektor, wo es um innovative Technologien gegen Datenverlust, Lösungen für die Datensicherheit und die Abwehr von Attacken aus den Netz geht, wird ebenso abgedeckt wie das Gebiet der IT-Infrastruktur, das sich mit energieeffizenteren Rechenzentren oder Cloud Computing beschäftigt.
Insgesamt wird in diesem Jahr wieder viel präsentiert, das sowohl zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit als auch der Sicherheit einen Beitrag leisten kann.
Doch gibt es hier auch eine Kehrseite der Medaille: der berufliche Bereich verschmilzt vielfach unbemerkt mit dem privaten. Denn die gesamte Welt ist „mit Hilfe des Internets global vernetzt“, so auch die Aussage auf der CeBIT-Webseite. Man kommuniziert ständig und wie selbstverständlich in Blogs oder Communities, natürlich unterbrechungsfrei, da die mobilen Endgeräte – vom internetfähigen Mobiltelefon bis hin zum elektronischen Buch – dies so problemlos ermöglichen. Das ist durchaus sinnvoll – keine Frage – und bringt nebenbei Spaß. Aber bevor alles wie selbstverständlich adaptiert wird, sollte man, insbesondere als Nutzer im beruflichen Umfeld, doch kurz innehalten und einen Moment darüber nachdenken, ob wirklich alles eingesetzt werden muss, was da so offeriert wird. Zum Beispiel das kleine Software-Update fürs iPhone, mit dem „aller Freunde“ in das Telefonbuch des Mobiltelefons eingebunden werden können. So weit so gut – aber natürlich muss der Datenaustausch ebenfalls in die Gegenrichtung stattfinden. Spätestens an diesem Punkt ist es angebracht, sich erst einmal die Frage zu stellen, ob wirklich alle persönlichen Kontakte – vielleicht auch die E-Mail-Adresse der Eltern – in Facebook abgespeichert und für mehr oder weniger jeden zugänglich sein müssen oder ob ein Geschäftspartner es so positiv findet, wenn seine Daten ohne seine Einwilligung dort veröffentlicht sind. Der Nutzer könnte sich auch fragen, wofür dies überhaupt alles notwendig ist und was mit den Daten passiert. Nachdenken ist ebenfalls angeraten bei der Nutzung von Google, zum Beispiel, was die Verwertung der Daten betrifft, die von Google tagtäglich gesammelt und 180 Tage gespeichert werden. Denn spätestens seit Ende des vergangenen Jahres müsste doch fast jeder, also nicht nur diejenigen, die sich mit dem Internet ein wenig mehr beschäftigen, wissen, dass Google Suchanfragen mitprotokolliert.
Jetzt stellt sich automatisch die Frage: Was fängt man mit diesem Wissen an? Dies bleibt natürlich jedem selber überlassen – wichtig ist für die Unternehmen nur, darüber informiert zu sein, welche Möglichkeiten bestehen, um beispielsweise die Nutzung von Apps zu kontrollieren. Auch könnte der einzelne Nutzer im beruflichen Umfeld sein Verhalten dahingehend kritisch prüfen und etwa Anwendungen ablehnen, die nicht deutlich machen, welche Daten mit welchem Zweck wohin übertragen werden. Falls dieses Thema bislang noch nicht im Fokus des Interesses stand, kann man ja mal auf der CeBIT schauen – da findet sich bestimmt Wissenswertes dazu.



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